Ein Flamingo in Walbeck gesichtet

 Wer exotische Tiere sehen möchte, fährt normalerweise in den Zoo. Was da Ende Juli auf einem Stoppelfeld an der Walbecker Massstraße stand, würde man auch eher dort erwarten. Was da, umringt von einigen Wildgänsen durch Feld lief, bedurfte dann auch mehr als nur einem Blick. Vermutet man doch, dass die fünf Arten dieser Vogelfamilie nur Bewohner tropischer Klimazonen wie den ostafrikanischen Salzseen, in Südeuropa oder den Karibik-Inseln sein können. Da fragt man sich schon, wie so ein Vogel mit der grotesk wirkenden Gestalt, den langen dünnen Beinen, dem geschwungenen Hals und dem klobigen Schnabel direkt neben einem Spargelfeld in Walbeck landen kann. Denn so etwas fällt sofort ins Auge, denn Flamingos sind Hingucker, was an ihre zart hellrosa bis kräftig rot leuchtenden Gefieder liegt. Doch so ein ganz seltener Vogel ist der Flamingo in Deutschland nicht. Im Zwillbrocker Venn, einem Naturschutzgebiet an der Grenze zu den Niederlanden bei Vreden, gibt es seit 1982 die einzige deutsche Kolonie freilebender Flamigos. Ob die Vögel, die nun auch schon mehrfach im benachbarten Naturschutzgebiet "Maasduinen" gesichtet wurden, von dort stammen, ist nicht bekannt. Fraglich ist auch, ob sich die Tiere in diesem Naturschutzgebiet ansiedeln werden, oder ob es nur, wie in diesem Jahr, vereinzelte Sichtungen gibt. Ein Weg über die Grenze lohnt sich auf jeden Fall, mit etwas Glück kann als Spaziergänger oder Radfahrer diese hier noch seltenen Tier beobachten. Ob sich der Flamingo noch einmal nach Walbeck verirrt ist fraglich, denn zur Nahrungsaufnahme brauchen die Tiere flache Gewässer, wo sie mit ihrem gebogenen Schnabel Plankton aus dem Wasser filtern. Davon gibt es nicht viel in Walbeck und Flamingodorf Walbeck hört sich dann auch sehr exotisch an. Da bleibt wir lieber beim Spargeldorf Walbeck.