Alles andere als eine "Stille Kirmes"

 

Viel Wirbel um den Kirmestermin

Walbeck und eine "Stille Kirmes", eigentlich passt das ja gar nicht zusammen. So hatte man in Walbeck in den letzten Jahrzehnten dann auch während der Herbstkirmes, wenn alle vier Jahre kein Schützenfest gefeiert wird, immer einen Verein, der ein Jubiläum feiert. Vor vier Jahren war es beispielsweise der Sportverein, vor acht Jahren war es die Freiwillige Feuerwehr, die immer mit einem Jubiläumsfest für Kirmesstimmung gesorgt hatten. In diesem Jahr gab es dann aber tatsächlich eine "Stille Kirmes", ohne Schützenfest und ohne einen Verein in Walbeck, der dieses Vakuum hätte füllen können. Also waren die Walbecker völlig unaufgeregt. Im Dorf gab es kein Vogelschießen, keine Vorbereitungen auf ein Schützenfest wie das Kränzen und keine großen Vorankündigungen, man ließ die Kirmes auf sich zukommen.

Doch mit der Ruhe und Unaufgeregtheit war es dann schnell vorbei, als schon zwei Wochen vor dem Kirmestermin, den die Einwohner am 7./8. Oktober auf dem Schirm hatten, bereits die ersten Kirmeswagen auftauchten. Spätestens, als der Autoscooter begann, sein Fahrgeschäft aufzubauen, fragten sich die Ersten, wann denn nun Kirmes ist. Die Suche nach dem richtigen Kirmestermin entwickelte in den kommenden Tagen eine Eigendynamik und das Spargeldorf stand plötzlich im Fokus der Medienlandschaft, denn so eine Geschichte gab es wohl noch nicht zu erzählen. 

Die Fakten dürften daher für alle hinreichend bekannt sein. Wir vom Heimat- und Verkehrsverein wollen dann zu dem ganzen Spektakel nochmals Stellung beziehen. Sicher ist die Sache dumm gelaufen, aber es ist ja niemand zu Schaden gekommen. Unsere "Stille Kirmes" hat derweil eine ungeahnt große Aufmerksamkeit bekommen, wenn man bedenkt, dass hier mal knapp 10 Wagen auf dem Kaplanshof stehen. Da kann so manche Großkirmes nur von träumen. All denen, die da meinen, das wäre peinlich oder so etwas darf nicht passieren sei gesagt, dass wir hier im Spargeldorf in einer Gemeinschaft mit vielen Vereinen leben, in denen sich viele Walbecker Bürger ehrenamtlich betätigen. Da dürfen auch mal Fehler gemacht werden, und wenn im Feuerwehrkalender der falsche Kirmestermin steht, dann ist es halt passiert, schließlich ist dieser Kalender kein amtliches Mitteilungsblatt, sondern gibt einen Überblick der Aktivitäten in Walbeck. Im Veranstaltungskalender des Geldrischen Heimatkalender stand übrigens der 1. Oktober als Kirmestermin, da hat wohl keiner reingeschaut. Auch wir hatten bei den Kirmesankündigung den falschen Termin auf unserer Homepage.

Wir vom Heimat- und Verkehrsverein sehen die Sache entspannt und letztlich mit einem Augenzwinkern, wenn wir jetzt die doch nicht so "Stille", wohl aber die längste Kirmes in der Walbecker Geschichte feiern werden. Darüber wird man noch in vielen Jahren reden. Sicher wäre dies auch ganz im Sinne unseres verstorbenen Mitgründers Helmut Schopmans, der beim abschließenden"Klompenball" am 20. Oktober wohl als erstes das Lied von Zara Leander mit dem Titel "Davon geht die Welt nicht unter" aufgelegt hätte. In diesem Sinne: "Völ Glöcks in de Kermes"!